Möglichkeiten zur Vorsorge

Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten zur Vorsorge

Ein schwerer Unfall, ein Schlaganfall oder eine schwere Krankheit kann jeden von uns ohne Vorwarnung jederzeit ereilen. Somit kann es ganz plötzlich passieren, dass man seinen Willen vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr bilden oder äußern kann.
Angehörige haben nur dann ein Mitspracherecht, wenn diesbezüglich etwas vereinbart und geregelt wurde.
Bestimmen Sie daher frühzeitig, wer welche Maßnahmen und Entscheidungen für Sie treffen soll, für den Fall das s Sie dies selber nicht (mehr) können.

Welche Vorsorgemöglichkeiten habe ich?

1.    Patientenverfügung

Mit Hilfe einer Patientenverfügung lässt sich im Voraus festlegen, welche medizinischen Behandlungen man wünscht, wenn man nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu äußern. Es geht dabei um ganz persönliche Fragen: Was soll mit mir passieren, wenn ich unheilbar krank bin? Wenn ich im Sterben liege? Wenn mein Gehirn irreparabel geschädigt ist? Es geht um künstliche Ernährung, um künstliche Beatmung, um Schmerzmittel, die Schmerzen lindern, aber das Bewusstsein beeinflussen.

Der Bundesgerichtshof hat 2003 festgestellt, dass es die Würde des Menschen verletzen würde, wenn sein Selbstbestimmungsrecht ignoriert würde. Daher ist es für Ärzte verbindlich, was Sie in Ihrer Patientenverfügung festlegen. Vorausgesetzt, dass aus der Verfügung eindeutig hervorgeht, was Sie in der konkreten Situation wünschen.

2.    Vorsorgevollmacht

Damit jemand in Ihrem Namen rechtsverbindliche Entscheidungen treffen kann, brauchen sie eine so genannte Vorsorgevollmacht. Die weit verbreitete Annahme, dass Ihre Ehefrau, Ihre Partnerin, Ihr Ehemann, Ihr Partner oder Ihre Kinder ohne Vorsorgevollmacht für Sie entscheiden dürfen, ist falsch.

Die Vorsorgevollmacht ist das ideale Instrument, um die eigene Zukunft auch für den Fall selbst zu gestalten, dass man selber nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen. Mit einer Vorsorgevollmacht beauftragen Sie eine vertraute Person stellvertretend für Sie zu handeln und zu entscheiden-entweder umfassend oder in abgegrenzten Bereichen.

Die Vollmacht gilt nur, wenn Sie Ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst bewältigen können. Sie können die Vollmacht jederzeit inhaltlich verändern oder dem Beauftragten auch jederzeit entziehen.

Durch eine Vorsorgevollmacht kann eine gesetzliche Betreuung vermieden werden.

Ihre Vorsorgevollmacht können Sie per Post oder über das Internet gegen Gebühr beim Zentralen Vorsorgeregister bei der Bundesnotarkammer registrieren lassen. Die Vollmacht wird dort nicht deponiert. Es wird nur registriert, dass eine Vollmacht existiert, wo sie hinterlegt ist, sowie Namen und Anschrift des/der Bevollmächtigten.

Anschrift: Zentrales Vorsorgeregister Postfach 08 01 51, 10001 Berlin.
Internet: www.vorsorgeregister.de

Nur mit Hilfe einer medizinisch und rechtlich korrekten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht können Sie vermeiden, dass Fremde Entscheidungen für Sie treffen. Verknüpfen Sie die Vorsorgevollmacht mit einer Patientenverfügung - so erleichtern Sie es Ihren Angehörigen, im Ernstfall in Ihrem Sinne zu entscheiden.

3.    Betreuungsverfügung

Mit einer Betreuungsverfügung können Sie Ihre Wünsche festlegen für den Fall, dass ein Betreuer bestellt werden muss. Haben Sie weder eine Vorsorgevollmacht noch eine Betreuungsverfügung, wird im Notfall das Vormundschaftsgericht einen Betreuer bestellen.

Bei der Betreuungsverfügung schlagen Sie einen von Ihnen gewünschten rechtlichen Betreuer vor. Der wird zuerst von einem Richter auf die Eignung überprüft, bevor er für Sie entscheiden darf. Der/die vom Gericht bestellte Betreuer/in wird durch das Betreuungsgericht kontrolliert, insbesondere bei der Vermögensverwaltung. Außerdem müssen wichtige Entscheidungen mit dem Gericht abgesprochen werden. Durch die gerichtliche Kontrolle sollen Sie gegen Missbrauch geschützt werden.

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Wir wissen, dass es viele Fragen um Vorsorge und Vollmachten gibt. Zur ersten Orientierung dienen die verlinkten Broschüren mit ihren Bausteinen und  vorgefertigten Formularen (s. Linksammlung).

Gerne unterstützen wir Sie auch in einem persönlichen Beratungsgespräch und/oder mit entsprechenden regelmäßig stattfindenden Informationsveranstaltungen.
Alle Beratungsgespräche und Informationsveranstaltungen sind kostenfrei.

Stand: 2016

Mithelfen

Betreuungsverein und Beratung

Christine Förster

Pariser Straߟe 18
67655 Kaiserslautern
Telefon: 0631 - 414 707 89

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